Yoga Town von Daniel Speck
Dieser Titel und das Bild des Bullis in warmem Orange versprechen schöne Unterhaltung – und genau das hält die Geschichte auch, ergänzt durch eine gute Portion Spannung.
Der Roman des Münchner Autors erzählt auf zwei Zeitebenen und verbindet zwei Generationen miteinander. Parallel verfolgt man die Reise von vier jungen Menschen nach Indien im Jahr 1967 sowie die Reise von Lou, der damals dabei war, mit seiner Tochter Lucy rund 50 Jahre später. Der Name Lucy – angelehnt an „Lucy in the Sky with Diamonds“ – ist dabei kein Zufall. Auch die Beatles spielen in der damaligen Zeit eine Rolle.
Lou, Marc und Marie brechen auf der Suche nach einer besseren Welt auf und machen sich – wie viele andere ihrer Generation – auf den Weg nach Indien. Unterwegs stösst Corinna zu ihnen. Gemeinsam erleben sie Liebe, Freiheit und Drama und gelangen schliesslich nach Rishikesh in den Ashram von Guru Maharishi, wo später auch die Beatles eintreffen. Das Leben dort ist intensiv und aufregend – bis die Reise ein dramatisches Ende nimmt.
Im Jahr 2019 ist auch Lucy auf der Suche: nach sich selbst und nach ihrer Herkunft. Ihre Eltern erzählen ihr, sie sei ein „Kind der Liebe“, gezeugt in Indien. Als Corinna plötzlich verschwindet, führt eine Postkarte aus Rishikesh auf ihre Spur. Doch Corinna möchte nicht gefunden werden. Am liebsten würde sie die Vergangenheit ruhen lassen – doch Lucy gibt sich damit nicht zufrieden. Sie konfrontiert Lou mit der Geschichte und zwingt ihn, sich den Ereignissen von damals zu stellen, obwohl nichts mehr so ist, wie es einmal war.
Der Autor erzählt die Geschichte mit viel Liebe zum Detail, zur Musik und zum Land, das er selbst bereist hat. Beim Lesen taucht man tief in eine fremde Kultur ein und begleitet die Figuren auf ihrem bewegenden Weg. Dabei wünscht man ihnen vor allem eines: etwas Frieden.
Gerne empfohlen als unterhaltsame Lektüre mit Tiefgang.
Monika Ritter