Buchempfehlung

Halbinsel von Kristine Bilkau

Die Autorin beschreibt in ihrer eindringlichen Geschichte eine Frau Ende vierzig. Annett lebt auf einer Halbinsel im nordfriesischen Wattenmeer und arbeitet als Bibliothekarin – was meine Aufmerksamkeit sofort geweckt hat. Ihre Tochter Linn lebt in Berlin. Nach ihrem Studium der Umweltwissenschaften arbeitet sie im Bereich Klimaschutz, bricht jedoch bei einem Vortrag zusammen und kehrt zur Erholung zu ihrer Mutter zurück.

Die Erzählung ist aus Annetts Perspektive in der Ich-Form geschrieben. Für die Autorin war es von Anfang an klar, eine Mutter ins Zentrum zu stellen. Dabei steht die Frage im Raum, wie man ein Kind durch eine krisengeprägte Welt begleitet und wie man Zuversicht für die nächste Generation – und für sich selbst – bewahren kann.

Das Buch liefert keine einfachen Antworten. Vielmehr zeigt es, wie sich Mutter und Tochter wieder aneinander annähern müssen und wie Annett lernt, loszulassen. Das fällt ihr nicht leicht, da sie Linn nach dem frühen Tod ihres Mannes alleine grossgezogen hat und stets nur das Beste für sie wollte. Durch Linns Rückkehr wird Annett jedoch gezwungen, auch ihr eigenes Leben zu hinterfragen.

Obwohl die Bibliotheksarbeit nur am Rande erwähnt wird, hat mir das Buch sehr gefallen. Es regt zum Nachdenken an – nicht nur über die Beziehung zwischen Mutter und Tochter, sondern auch über grössere Themen wie Klima und Umwelt.

Durch diese verschiedenen Ebenen wirkt die Geschichte vielschichtig und abwechslungsreich.

Marianne Binder

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