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Für immer von Maja Lunde

In ihrem Roman «Für immer» geht die norwegische Autorin Maja Lunde der Frage nach, was passieren würde, wenn für die Menschen nichts mehr zu Ende geht – kein Mensch mehr stirbt, aber auch kein Kind mehr geboren wird.

Die verschiedenen Protagonisten befinden sich an unterschiedlichen Punkten ihres Lebens und sind alle – privat oder beruflich – mit Leben und Tod konfrontiert, als das menschliche Leben plötzlich zum Stillstand kommt. So kann die todkranke Jenny, Mutter von zwei Kindern, weiterleben, während der Rentner Otto und seine Frau nicht mehr altern. Was zunächst wie ein Geschenk erscheint, verwandelt sich zunehmend in Verzweiflung.

Auch andere Lebensprozesse kommen zum Erliegen: Die Schwangerschaft von Jakobs Partnerin entwickelt sich nicht weiter, das ungeborene Kind wächst nicht. Eine sich anbahnende Beziehung zwischen Ellen und Philip bleibt ebenfalls stehen – ohne Entwicklung, ohne Fortschritt.

Die Menschen haben plötzlich unendlich viel Zeit, wissen aber nicht mehr, wie sie diese füllen sollen. Es gibt keine Veränderung mehr, keine Entwicklung – nur die Natur folgt weiterhin ihrem gewohnten Kreislauf. Während Wissenschaftler fieberhaft nach Erklärungen suchen, bleibt die Politik ratlos und ruft dazu auf, den Alltag so gut wie möglich aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig entstehen erste Verschwörungstheorien, und es kommt zu Demonstrationen.

Es ist eine apokalyptische Geschichte, in der die Natur weiterlebt, während der Mensch an Bedeutung verliert. Der Roman regt dazu an, sich mit der eigenen Sterblichkeit auseinanderzusetzen und diese vielleicht gelassener zu akzeptieren. Maja Lunde zeigt eindrücklich, dass Stillstand keine Option ist – und stellt zugleich die Frage, womit wir unsere begrenzte Lebenszeit eigentlich verbringen.

Corinne von Ah

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