Buchempfehlung

Fermentieren von Kirsten M. Shockey & Christopher Shockey

Monika Ritter Schweizer hat sich einem Sachbuch angenommen. Frau Schweizer ist im Bibliotheksteam für die Sortimentsgestaltung der Sachbuchsparte zuständig, also nur folgerichtig, dass sie ihren Sachverstand so unter Beweis stellt. «Fermentieren» passt perfekt zur Jahreszeit. Lassen sie sich inspirieren und lassen sie es sich anschliessend schmecken. Fermentiert wird schon seit vielen tausend Jahren. Fermentieren kann man Vieles. Das bekannteste Beispiel für Gemüse ist vermutlich Sauerkraut. Jenes für Getränke Bier und Wein, für Milchprodukte Joghurt und Käse. Des Weiteren wird Tee fermentiert, Schokolade, Salami….usw. Aber darum geht es in diesem Buch nicht. Es geht einerseits um die Haltbarmachung von Gemüse, wie es schon seit vielen Jahren praktiziert wird. So, dass man auch im Winter frisches Gemüse hat. Bei Geschichten um Fermentation trifft man immer mal auf Kapitän Cook, der mit Sauerkraut seine Seemänner vor dem Tod durch Skorbut rettete. Fermentiertes Gemüse ist gesund mit seinen Milchsäurebakterien, welche unserem Mikrobiom guttun. Anderseits hat es viele Rezepte, wo Lebensmittel fermentiert werden, an die man nicht grad zuerst denkt. So entdeckt manch einer eine Köstlichkeit, die es nicht zu kaufen gibt. Nebst den Rezepten für die Fermente, gibt es Menüvorschläge und Ideen, was man dann daraus zubereiten kann. Oder auch, welche Gewürze wann wo dazu passen. Das Buch ist mit seinen 373 Seiten breit ausgelegt. Es bietet Anfängerfermentistas, wie auch Fortgeschrittenen, eine Vielfalt an Informationen. In der Einführung lernt man wie es geht, was man dazu braucht und auch, in einem grossen Kapitel, worauf man schauen muss. Sauerkraut, zum Beispiel, geht so: Man schneide Weisskabis klein, mische es mit Salz (2% vom Gewicht des Krauts) und knete es, bis Saft austritt. Anschliessend wird das Gemüse in Gläser gestopft und zugedeckt. Es soll keine Luft im Glas sein. Sauerkraut gärt anerob. Man kann auch Rotkohl nehmen, oder Rüebli raffeln und beimischen. Oder den Geschmack mit Gewürzen, zum Beispiel Kümmel, anreichern. Auf einmal hat man ein Sauerkraut, das allen schmeckt. Und, man weiss, was drin steckt. Und Sauerkraut ist erst der Anfang. Das nächste ist vielleicht Kimchi, welches schon häufig in hiesigen Rezeptbüchern auftaucht. Es stammt aus Korea oder Japan. Da auch Kimchi schon vor Jahrhunderten zubereitet wurde, als die Politische Situation anders war, weiss man es nicht so genau. Aber es soll dort täglich auf den Tisch kommen. Ich kann Ihnen nur empfehlen, das Buch auszuleihen und darin zu blättern. Es hat sehr viele einladende Fotos. Die Informationen sind gut unterteilt. Im Register findet man schnell zum Gewünschten und im Glossar erfährt man, was, zum Beispiel, eine Rohne ist. Das Autorenpaar schreibt von ihrer langjährigen Erfahrung mit der Fermentation von allem, was ihr Garten und die Umgebung hergeben. Man liest, was ihre Kinder zu den diversen Menüs sagten und wie sie reagierten, als die Eltern sogar fermentierte Desserts auf den Tisch brachten. Auch ihre Freunde, Nachbarn und andere Fermentistas kommen zu Wort. Wir haben somit viel Lehrreiches zur Hand und erfahren, wie es andere erlebten, als sie in diese Welt eintauchten.

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