Buchempfehlung

Die Wiederentdeckung des Glücks von Antonia Michaelis

Catherine Schindler Kündig kennt das Werk von Antonia Michaelis ganz gut. Sie kam mit der Autorin bei einer Lesung an der Primarschule Bad Zurzach in Kontakt. Das Werk von Michaelis umfasst unzählige Kinder- und Jugendbücher. Ab und zu wird ein Erwachsenentitel veröffentlicht, so wie diesen Frühling. «Die Wiederentdeckung des Glück» klang zuckersüss, leicht schmalzig, der Klappentext deutete dann schon auf etwas mehr Inhalt hin. Madagaskar, eine bekannte afrikanische Insel, weit weg im Pazifik. Mehr wusste ich eigentlich nicht, bevor ich vor einigen Jahren auf der Nachbarinsel «la Reunion» Ferien verbrachte. Geographisch ein bisschen näher, aber doch im Bewusstsein weit weg, Madagaskar blieb weitgehend für mich unbekannt. Michaelis brachte mir die Insel mit ihrer leichten, poetischen Sprache ein grosses Stück näher. Kleider, Flaschen, Schuhe – alles kann man recyceln. Warum nicht auch das Glück? Einst war Madagaskar ein Paradies, heute ist die Insel vor der Küste Afrikas fast komplett abgeholzt und bettelarm – und lebt vom Recycling. Vielleicht webt das Schicksal deshalb genau hier vier Lebenswege ineinander, um am Ende ihre Ketten zu sprengen? Die Autorin schreibt ehrlich über warmherzige Menschen, ihre Hierarchien, ihren tief verankerten Glauben und über die Schattenseiten des Lebens. Weltenbummler Terje aus Norddeutschland schenkt eine rote Fahrradklingel. Der damals fünfjährige Biscuit erhält die Klingel, die ihn ein Leben lang begleitet. Die Kinder des Landes recyclen alles, sind kreativ und lassen sich nicht von ihrem Überlebenswillen abbringen. Was vor fünfzig Jahren in kleinen Massen wiederverwendet wird, wird heute auf Recyclingmärkten gross genutzt. So lernt Rischkafahrer Biscuit, sich ständig neu zu erfinden und anzupassen. Als Terje heute zusammen mit seiner modernen Tochter wieder nach Madagaskar zurückkehrt, taucht Terje in die Welt ein und Nora lernt etwas Unerwartetes und Neues kennen. Nora sieht die Insel wahrscheinlich mit denselben naiven Augen, wie ich es gesehen hätte. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Ich habe das Buch mit viel Vorfreude begonnen und mit Zufriedenheit aus der Hand gelegt. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich gerne mit anderen Kulturen auseinandersetzt.

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