Die Katze, die von Büchern träumte von Sosuke Natsukawa
Das Buch handelt von einem kleinen Buchladen in Japan. Es ist das Zuhause von Rintaro und seinem Grossvater. Als dieser unerwartet stirbt, ist der stille und schüchterne Schüler auf sich alleine gestellt. Er versteckt sich vor der Welt und verkriecht sich zwischen den fast vergessenen Buchschätzen. Zum Glück taucht kurz nach dem Tod des Opas Tora auf. Er ist ein Tabby-Kater, kann sprechen und bittet Rintaro um Hilfe. Er sagt, dass die Bücher in Gefahr sind und nur ein wahrer Buchliebhaber wie er sie retten kann. So beginnt ein Abenteuer, in denen Rintaro und Tora verschiedene Labyrinthe aufsuchen, um die Bücher in Sicherheit zu bringen. Es ist eigenartig, kurios und herzerwärmend zugleich, dem Jungen und seiner gescheiten Katze auf der Reise in die Welt der «verlorenen» Bücher zu folgen. Die Geschichte ist einfach erzählt und kommt einer Fabel gleich. Die Dialoge sind sehr spannend und tiefgründig. Hier ein Beispiel: Der Kater sagt: Jedes Buch hat eine Seele. Doch Bücher im ungenutzten Zustand sind nichts weiter als ein Bündel Papier. Selbst Meisterwerke von ungeheurer Macht, wundervoll erzählte Geschichten bleiben stumm, wenn die Bücher nicht aufgeschlagen und gelesen werden. Aber sobald man sie wertschätzt und ihnen Aufmerksamkeit schenkt, werden sie beseelt und besitzen gewissermassen ein Herz. Menschen, die Bücher wirklich lieben, gehen sorgfältig mit ihnen um. Der Autor selbst sagt von sich, dass Bücher seine besten Freunde sind. Das widerspiegelt die Geschichte immer wieder. Ich finde auch, dass man durch sie viel lernt: Anstand, Selbstachtung, Urteilsvermögen und das Wesentliche im Leben zu erkennen. Dieses charmante, fantasievoll erzählte Märchen aus Japan hat mein Herz erobert und wird sicher viele andere Buchliebhaber begeistern. Yvonne Böhler