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Der Puppenmacher von Philipp Gurt

Bereits zum dritten Mal entführt uns Philipp Gurt ins Chur der Nachkriegszeit. Nach den beiden Krimis «1947» und «1949» liegt nun mit «Der Puppenmacher» der dritte Band der Reihe um den Landjäger Walter Caminada und Erkennungsfunktionär Peter Marugg vor. Diesmal haben es die zwei mit einem besonders verstörenden Fall zu tun: Im düsteren Rheinwald wird die Leiche einer jungen Frau gefunden – hübsch als Puppe zurechtgemacht. Es ist die junge Freya von Planta, die für das Frauenstimmrecht eingetreten ist. Musste sie deshalb sterben? Nicht weit davon entfernt liegt die Frau des Schneiders Strebel, sie wurde erwürgt und liegengelassen. Wie hängen die zwei Fälle zusammen? Die beiden Freunde beginnen zu ermitteln. Zwischenzeitlich hat das Landjägercorps Chur immerhin einen Wagen zur Verfügung, sodass sie nicht mehr mit dem Velotöff zu jedem Tatort fahren müssen. Und das ist auch dringend nötig, denn kurz darauf wird in Pfäffikon am Zürichsee die Leiche eines jungen Mannes gefunden – ebenfalls als Puppe zurechtgemacht. Es scheint das Werk desselben Täters zu sein. Caminada und Marugg wissen, dass ein Zusammenhang bestehen muss, aber noch wissen sie nicht genau, wo sie suchen müssen. Dazu kommt noch die Prostituierte, die in der Nähe des ersten Fundorts ermordet wird – ebenfalls erwürgt. In gewohnt behäbiger und sorgfältiger Manier entwirrt Landjäger Caminada die verworrenen Fäden der einzelnen Fälle. Die Sprache ist wie immer mit vielen bündnerdeutschen Ausdrücken gespickt, sodass man sich gut vorstellen kann, wie die beiden Ermittler klingen. Die Beschreibungen der damaligen Zeit haben mich – wie schon in den ersten beiden Büchern – mit ihrem Detailreichtum und ihrem Einfühlungsvermögen sehr beeindruckt. Die Marotten der beiden Protagonisten machen die Figuren lebendig und sympathisch. Die Geschichte nimmt immer mehr Fahrt auf und die einzelnen Erzählstränge werden mit viel Liebe und Sorgfalt geschildert. Doch bleibt vieles noch im Dunkeln und die Auflösung erfolgt erst auf den allerletzten Seiten des Buches. Für mich ist diese ein wenig an den Haaren herbeigezogen und damit ein bisschen der Wermutstropfen. Fazit: Ein guter Krimi, der glücklicherweise sehr zurückhaltend mit den Beschreibungen des Grauens umgeht, dafür umso mehr von der blumigen Sprache des Autors beim Rest der Geschichte lebt. Definitiv ein Buch, das für Krimifans und Nostalgiker gleichermassen geeignet ist!

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