Das Geheimnis der Schwimmerin von Erika Swyler
Catherine Schindler Kündig, Leiterin der Fleckenbibliothek Bad Zurzach, hat «Das Geheimnis der Schwimmerin» von Erika Swyler gelesen. Hier ist ihre Buchbesprechung: Simon Watson lebt allein in einem verwitterten Haus an der Küste Long Islands. Eines Tages findet er ein altes Buch auf seiner Türschwelle, das ihn sofort in seinen Bann zieht. Die brüchigen Seiten erzählen von einer grossen Liebe, vom dramatischen Tod einer Schwimmerin und vom tragischen Schicksal einer ganzen Familie – Simons eigener Familie. Denn wie es scheint, finden die Watson-Frauen seit 250 Jahren im Wasser den Tod – immer am 24. Juli. Auch Simons Mutter ertrank in den Fluten des Atlantiks. Als nun seine Schwester Enola zu Besuch kommt, scheint sie seltsam verändert – und der 24. Juli steht unmittelbar bevor … Erzählt wird die Geschichte auf zwei Zeitebenen. In der Gegenwart begleiten wir den Bibliothekar Simon, der das Geheimnis rund um die Frauen in seiner Familie lösen möchte. In der Vergangenheit befinden wir uns im 18. Jahrhundert und erfahren viel über die Bande beim reisenden Zirkus. Die Zeitstränge wechseln sich immer kapitelweise ab. Nachdem ich ein paar Kapitel gelesen hatte, konnte ich das Buch nicht mehr weglegen. Simon ist bei der Aufarbeitung der Familiengeschichte und dem speziellen Verhältnis zur Schwester und zum Nachbarn in einer abwartenden, melancholischen Stimmung, die mich fasziniert hat. Können wir unser Schicksal selber bestimmen oder sind äussere Mächte stärker als wir? Dieser Frage gehen die verschiedenen Generationen nach. Wer übt die grössere Anziehungskraft aus, die Menschen aufeinander oder die Tarotkarten? Ein Buch, das für mich überraschend intensiv im Leseerlebnis war.