Buchempfehlung

Aves Vögel Charakterköpfer von Tom Krausz

Monika Ritter, schon seit Jahrzehnten im Bibliotheksteam, verfügt über ein langjähriges Wissen. Kundenwünsche sind ihr ein grosses Anliegen, so versucht sie immer aufs Neue, diesen zu entsprechen. Das Buch war ein Kundenwunsch. So zog es in die Bibliothek ein und beeindruckte bisher vor allem mich. Nun nütze ich diese Gelegenheit und stelle es Ihnen vor. Die Fotos von den Vögeln, respektive den Köpfen der Vögel, sind auf eindrückliche Art und Weise fotografiert. Es sind Nahaufnahmen von Persönlichkeiten. Charakterköpfe von Vögeln, wie man sie nicht oft sieht. Tom Krausz, der Fotograf, will mit diesen Abbildungen die erstaunliche Vielfalt der Vogelwelt dokumentieren. Zu jedem Vogel gibt es eine kurze Information über Merkmale, Vorkommen und Lebensweise. Daneben steht jeweils der Hinweis, in welchem Ausmass die Art gefährdet ist. Mehr dazu liest man in seinem Vorwort. Die Fotos wurden den Autoren Elke Heidenreich und Urs Heinz Aerni mit dem Auftrag vorgelegt, sie mögen zu jedem Bild einen Text schreiben. Sie durften die Vögel selber aussuchen. Gut, die Silbermöwe wollten sie beide. EH gewann. UA kriegte dafür den Keulenhornvogel. Schon daraus entsprang ein unterhaltsamer Dialog. EH und UA: Mit ihren Initialen signierte das Autorenpaar die Geschichten. Manchmal geht es darin um das Bild, manchmal um den Vogel, um Erinnerungen oder Geschehnisse. Aber immer ist es unterhaltsam, informativ, oft humorvoll, ab und zu gewürzt mit einer schönen Prise schwarzem Humor. Man spürt die Freude der beiden versierten Autoren über diese Aufgabe. Aerni, der Feldornithologe, lässt viel spezielles Wissen einfliessen. Heidenreich erzählt eher über Erlebnisse oder Gefühle, die die Vogelantlitze in ihr auslösten. Lustig finde ich die Geschichte von Urs Heinz Aerni, wo er vom Telefonat mit dem Fotografen schreibt. Aerni wollte unbedingt über den Lungenfisch, den Lieblingsfisch vom Schuhschnabel, anstatt über den Schuhschnabel selbst, schreiben. Krausz empört: «Das ist ein Buch über Vögel!» Aerni: «Ja, schon, aber…» der Rest des Dialogs steht auf Seite 100. Am Ende weiss man viel mehr über diese Vögel wie auch über deren Vielfalt. Dies einerseits aus den Informationen und andererseits aus den manchmal kuriosen Ergänzungen von U. H. Aerni und E. Heidenreich, über die Vögel und über sich selbst. So schön geschrieben, als hätte man es selbst erlebt. Ich kann Ihnen dieses bemerkenswerte Buch mit den schwarzweissen Bildern, informativen Texten und kurzweiligen Anekdoten wärmstens empfehlen.

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