Buchempfehlung

Alte Sorten von Ewald Arenz

Als sich Sally und Liss zum ersten Mal begegnen, hatte ich den Eindruck, dass zwei Welten aufeinanderprallen.

Sally ist 17 und will einfach nur weg. Sie ist genervt – nicht nur von den Erwachsenen, sondern auch von Regeln und Vorschriften. Sie hat genug davon, dass immer jemand zu wissen glaubt, was gut für sie ist. Dabei möchte sie eigentlich nur ihre Ruhe haben.

Liss hingegen ist eine Frau mittleren Alters, die auf ihrem grossen Hof lebt und alle anfallenden Arbeiten alleine und routiniert erledigt.

Als sich die beiden begegnen, steckt gerade der Anhänger von Liss’ Traktor fest. Sally kommt vorbei, wird um Hilfe gebeten – und hat zum ersten Mal das Gefühl, selbst entscheiden zu können. Sie hilft. Ohne viele Worte, ohne Fragen, ohne Vorurteile bietet Liss ihr an, auf dem Hof zu übernachten.

Was zunächst unscheinbar wirkt, ist der Beginn einer besonderen Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Menschen. Nach und nach erfährt man mehr über das Leben von Sally und Liss – und beginnt sich zu fragen, ob sie tatsächlich so verschieden sind.

„Alte Sorten“ behandelt Themen wie Akzeptanz, Rebellion, Vorurteile und Freundschaft. Es ist kein dramatisches, sondern ein stilles Buch – dafür umso schöner und tiefgründiger.

Fazit: Ein Buch der leisen Töne, das gerade deshalb sehr berührt und mir ausgesprochen gut gefallen hat.

Barbara Hofmann

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert