Alt? von Franz Hohler
Monika Ritter, eine Kennerin der Jugendbuchszene und im Team der Fleckenbibliothek verantwortlich für das familienfreundliche Sortiment der DVDs, hat sich an ein Buch herangewagt, das Liebhaber der Schweizer Literaturszene mögen werden: Ich habe mir «Alt?» von Franz Hohler ausgesucht. Vielleicht komme ich so langsam ins Alter oder das Titelbild hat mich angesprochen oder ich wollte mich einfach an etwas Neues heranwagen – heute weiss ich das nicht mehr, doch ich weiss, dass mich Franz Hohler mit den Gedichten berührt hat. In diesem dünnen Band schafft es Hohler, in kleinen Gedichten ganze Geschichten zu erzählen. Hohler entfacht mit wenigen Worten eine Flut von Bildern. Der Titel des Buches ist auch der Titel des ersten Gedichts, das durchaus als biografisch angesehen werden kann. Welche Biografie Hohler darstellt, das lasse ich offen. Einige Gedichte beschreiben auch schöne oder sogar lustige Geschichten. Es gibt eine Feldenkrais-Übung zum Schmunzeln, weil wir genau wissen, wovon er spricht. Viele Gedichte handeln vom Alltag, von Ereignissen, Abschieden oder dem iPhone. Wir finden auch ein Gedicht von Shakespeare, übersetzt ins Schweizerdeutsche. Es ist ein tolles Buch, wenn man nur wenig lesen möchte und dann die Worte wirken lassen kann, wenn man den Faden weiter spinnt und die Worte zum Film im Kopf werden.